Am 11.11.2017 feiert das Haus Quillo in der Nordwestuckermark ein gebührendes Jubiläum

Das Modellprojekt »Theaterring Brandenburg« der Stiftung Paretz vereint künstlerische Erfolgsgeschichten, um dem Negativ-Image des ländlichen Raums etwas entgegenzusetzen. Das Haus Quillo in Falkenhagen, Heimat des über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekannten Ensembles Quillo, ist solch eine.

Es war einmal ein altes Bauernhaus auf einem Vierseitenhof am Dorfrand von Falkenhagen in der Nordwestuckermark, ca. 11 km hinter Prenzlau. Dank der hier lebenden engagierten Flötistin Ursula Weiler und dank europäischer Fördermittel wurde es am 11. November 2007 zum Haus Quillo, einem Werkstatt-, Proben-, Konzert- und Theaterraum von höchster Qualität, wiedergeboren. Ursula Weiler, die bereits 2004 den Verein Kammerphilharmonie Uckermark e.V. und das Ensemble für Neue Musik Quillo gegründet hatte, sah frühzeitig die räumlichen Potentiale für die Schaffung solch eines außergewöhnlichen künstlerischen Produktions- und Spielortes. Die inzwischen mit dem Kunstpreis Brandenburg ausgezeichnete Musikerin und ihr Ensemble Quillo haben in den letzten 10 Jahren bereits 60 Projekte hier verwirklicht.

Unzählige Aufführungen hat das Haus schon erlebt, u.a. Arnold Schönberg »Pierrot lunaire«, Hans Werner Henze »El Cimarron«, Mauricio Kagel »Der Tribun«, Hanns Eisler »Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben«. Mit der Produktion von Henzes »El Cimarron« wurde das Ensemble 2011 in die Werkstatt der Staatsoper Berlin im Schillertheater sowie in das Theater Gütersloh eingeladen. Auch in größerer Besetzung hat das Ensemble Projekte mitgestaltet: 2005 im Rahmen der Jüdischen Kulturtage zu Berlin in der Produktion des »Mahagonny-Songspiels« (B.Brecht/ K. Weill) und 2006 als Ensemble der Festspiele Bad Hersfeld in der »Dreigroschenoper«. Aus der engen Zusammenarbeit mit Komponisten wie Helmut Oehring, Hans Jürgen von Bose, David Robert Coleman, Mark Moebius und Julien Salemkour sind für das Ensemble gewidmete Werke entstanden.

Ursula Weiler sieht neben ihren auch internationalen künstlerischen Ambitionen aber als Standort auf dem Land die Notwendigkeit, Brücken zur Region und ihren Bewohnern zu schlagen. Die vom Haus Quillo erfolgreich ins Leben gerufenen Vermittlungsprojekte wie die Junge Opernwerkstatt oder das Projekt »Landmusik« sind solche Handreichungen. Kinder und Jugendliche aus den Dörfern der Gemeinde Nordwestuckermark werden auf besondere Weise zum Musizieren motiviert. Dafür gab es bereits den Regine-Hildebrandt-Preis. Aber auch mit einem monatlichen Kinoabend machen die Initiatoren das Haus Quillo zu einem belebten kulturellen Knotenpunkt.

Das Fest zum 10-jährigen Bestehen macht die besondere Quillo-Philosophie erlebbar.

 

EnsembleQuillo_FotoTomSchweers

 

Programm 11. November 2017

Beide Spielorte, das Kino Quillo & das Haus Quillo werden geöffnet.

18.00 Uhr Eröffnung durch das Kinder- & Jugendprojekt »Landmusik«, Ltg. Lutz Jonas
18.45 Uhr »Best of Quillo« – ein Querschnitt der vergangenen 10 Jahre
mit Kompositionen von Luciano Berio, Elliot Carter, David Robert Coleman, Sidney Corbett, Walter Feldman, Hans Werner Henze, Helmut Oehring, Aziza Sadikova & Toru Takemitsu mit dem
Ensemble Quillo:
Ursula Weiler > Flöte
Alexander Glücksmann > Klarinette
Daniel Göritz > Gitarre
Aline Khouri > Harfe
Dominic Oelze > Percussion
Franziska Rau > Kontrabass
David Robert Coleman > Klavier
Max Renne > Klavier, Celesta

Gäste feiern gemeinsam mit Musikern und Komponisten bei freiem Eintritt. Weitere Infos unter: www.quillo.net

 

Theaterring © Andy Kuechenmeister

Initiative »Theaterring Brandenburg«: Kultur als Motor für die Belebung des ländlichen Raums

Die Stiftung Paretz hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein Modellprojekt zur Belebung von Landkultur angestoßen. Der »Theaterring Brandenburg« schafft verstärkt Möglichkeiten für Kooperation und Kollaboration der freien Theaterszene in Brandenburg. Neben bereits umgesetzten Netzwerkdialogen, gemeinsamem Marketing, Weiterbildungsangeboten hat die Initiative für 2018 ein neues Festival- und Gastspielformat aus dem Kreis ausgewählter Akteure heraus entwickelt: das »Landmarken-Festival«. Unter einem künstlerischen Festivaldach entstehen zwischen Mai und August an drei Standorten drei Miniatur-Festivals mit drei unterschiedlichen Programmpunkten. Alle Theatermacher wissen, Kultur auf dem Land braucht eine stärkere Verankerung vor Ort als Theaterfestivals in der Großstadt. Das Besondere ist auch hier das Bestreben, weiteren Akteuren aus der Region – von Gastronomie über regionalen Unternehmen bis hin zu ehrenamtlichen Helfern – eine Plattform zu geben. So erlebt das Stammpublikum der einzelnen Standorte neue Angebote, dem überregionalen Publikum eröffnet sich ein vielfältiges Programm. Das Haus & das Ensemble Quillo sind Mitakteure des Projektes. Außerdem dabei sind die Wanderoper Brandenburg, die Puppenspieler flunker produktionen aus Teltow-Fläming, das Kulturgut Metzelthin und das Produktionskollektiv theater.land (eh. LehnschulzenHofbühne Viesen).

Pressemitteilung und Bilder bereitgestellt vom Theaterring Brandenburg und der Stiftung Paretz

Mehr Informationen zum »Theaterring Brandenburg«: www.theaterring-brandenburg.de